Motiviert durch einen Finanzratgeber setzte ich mir das Ziel, monatlich 600 Euro zu sparen. Das entsprach etwa 34 Prozent meines Nettoeinkommens. Die ersten zwei Wochen klappten durch extreme Einschränkungen. In Woche drei brach das System zusammen.
Das Problem war nicht mangelnde Willenskraft. Ich hatte meinem Budget jeglichen Spielraum genommen. Als mein Laptop eine dringende Reparatur für 156 Euro benötigte, musste ich das Geld aus meinen Sparrücklagen nehmen. Dieses Ereignis löste eine Kettenreaktion aus.
Der Alles-oder-Nichts-Effekt
Nachdem ich das Sparziel im März nicht erreichte, verlor ich die Motivation für die Budgetkontrolle insgesamt. Wenn ich ohnehin scheitere, warum dann weitere Einschränkungen? In den folgenden zwei Monaten sparte ich gar nichts und gab sogar mehr aus als gewöhnlich.
Beim Neustart reduzierte ich das Sparziel auf 220 Euro monatlich. Dieser Betrag ließ genug Puffer für unvorhergesehene Ausgaben. In den letzten sieben Monaten erreichte ich dieses Ziel sechsmal und sparte insgesamt 1.408 Euro. Mit dem ursprünglichen aggressiven Ziel hätte ich theoretisch 4.200 Euro sparen können, praktisch aber nur 372 Euro in einem Monat erreicht, bevor alles zusammenbrach.
